Mittwoch, 5. April 2006

Matthäus-Passion


Der Pauluschor hatte am letzten Donnerstag und Freitag wieder einmal zwei hervorragende Konzerte! Aufgeführt wurde diesmal die Matthäus-Passion von Bach, der erste Chor wurde von den Musikhochschülern übernommen, die bei der Aufführung am Donnerstag in der Gaisburger Kirche auch das Dirigentenpult übernahmen, Dieter Kurz musste sich (mitunter mühsam) zurückhalten, zeigte dann aber am Freitag sein Können und seine Interpretation des Werkes.

In beiden Aufführungen gelangen den Dirigenten, Chören, Solisten und dem hervorragenden Orchester bewegende Augenblicke, und auch wenn alles schwieg, wie etwa nach den Worten "und verschied.", war in der Kirche eine besondere Spannung und Bewegung zu spüren.

Ganz besonders hervorragend gestaltete Johannes Kaleschke seine Rolle des Evangelisten. Er hat schon häufiger in vielen Jahren den Pauluschor als Solist in Konzerten begleitet und sich seit seinen ersten Auftritten zu einem Tenor mit einer wunderschönen, sicheren und sehr beweglichen Stimme gesteigert. Zu Recht brandete der Beifall bei seiner Verbeugung vor dem Publikum besonders laut auf. Aber auch die anderen Solisten zeigten sich in Bestform.

Lob verdient auch das Orchester, das sich sehr schön dem Stil des Werkes anpasste, beweglich und als harmonische Gruppe spielte und auch bei Solis, etwa bei den beiden Violinsolis im zweiten Teil, in den Bläser-Solis oder bei den beiden Gamben-Stücken, technisch und klanglich wunderbar musizierte.

Und schließlich die Dirigenten der Gaisburger Aufführung: Viele hatten den Pauluschor schon bei früheren Konzerten dirigieren dürfen, und sie zeigten jetzt, dass sie in der Zwischenzeit viel hinzugelernt haben. Sie standen wesentlich selbstbewusster und sicherer vor dem Chor und zeigten beim Dirigieren eben nicht nur das Tempo und die Einsätze an, sondern eine Interpretation des Stückes, seine Phrasen und Betonungen.
Und sie ließen sich auch nicht irritieren, wenn einmal etwas nicht so klappte (was recht selten vorkam), wenn etwa der Sopran des Pauluschores der Überzeugung war, den Bass unbedingt bei seinem Einsatz freundlich begleiten zu müssen, obwohl man erst zwei Schläge später
dran gewesen wäre...
Und dann gab es noch den Beweis, dass es ohne Dirigenten eben auch nicht geht: vergisst der Dirigent einmal einen kurzen Choreinsatz, dann setzt der Chor auch nicht ein!

Aus meiner Sicht also zwei rundum gelungene Konzerte, die auch erfreulich viel Publikum anzogen.

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